Ein erfolgreicher Workshop und viele gute Eindrücke - Aktion Sodis

Wir organisierten einen Workshop, um eine an die lokalen Begebenheiten angepasste Technologie mit einigen Berufsschülern zu bauen und zu testen. So wollten wir einerseits das Konzept der Technologie greifbar machen und andererseits die Motivation von Schülern und Lehrern für das Projekt gewinnen.

Unsere Wahl fiel auf ein Bewässerungssystem aus sehr einfachen, überall verfügbaren Materialien. Praktischerweise hatten Lehrer und Schüler des Bereichs Landwirtschaft seit geraumer Zeit eine effiziente und günstige Methode gesucht, ihre im Rahmen des Unterrichts bestellte Ackerfläche zu bewässern. Alle bisher betrachteten Methoden waren zu teuer, ineffektiv, etc. Umso leichter war es für uns, mit der präsentierten und gebauten Technologie für Begeisterung zu sorgen. Das Bewässerungssystem wurde dankbar aufgenommen und wird wohl um ein Vielfaches erweitert werden, um zukünftig die komplette Ackerfläche zu bewässern.

Die Arbeit mit den Schülern machte uns großen Spaß. Die Fähigkeiten und die Eigenständigkeit, mit der die Schüler die gezeigte Aufgabe durchführten, beeindruckten uns. Auch die Schüler waren mit Begeisterung bei der Sache. Niemand von ihnen hätte gedacht, dass man auf so einfache Weise das Problem lösen könnte, welches Lehrer und Schüler schon so lange beschäftigte.

Workshop

Mission complete.

Am Wochenende hatten wir uns vorgenommen, eine mehrtägige Wanderung zu unternehmen (natürlich auf persönliche Kosten). Der berühmte Choro-Trail ist ein von den Inkas in der pre-kolumbianischen Zeit angelegter Handelspfad, der aus den Tropen in das Hochland der Anden führt. Auf ehrwürdigen Wegen wanderten wir also drei Tage lang mit vollem Gepäck von 4600m Höhe über einen Pass auf 4900m, um dann auf 1300m abzusteigen. Die Wanderung führte uns vor Augen, welch großes, vielfältiges und faszinierendes Land Bolivien doch ist. Vom kargen Hochland, steinig und nur belebt durch einige Hirten die ihre bepackten Lamas über die engen Pfade begleiteten, hinunter in saftig grüne, tropische Wälder, die seit Jahrhunderten fast unberührt die Hänge bedecken.

Uns wird wieder bewusst, dass wir in den Industrieländern die Natur zu lange ausgebeutet und zerstört haben. Das reiche Europa hat an vielen Stellen den Reichtum der Natur unwiederbringlich verloren.

Am Dienstag arbeiteten wir dann wieder projektspezifisch und verhandeln die letzten Details des Projekts. Auf Basis dieser Verhandlungen werden dann Dokumente erstellt, die Verantwortungen, Rollenverteilungen, Arbeitsweisen und Konzepte innerhalb des Projekts festlegen.

Für die letzten fast zwei Wochen planen wir eine Reise in das Dorf San Pedro de Buena Vista, welches wir als Projektstandort gewählt haben. Dort werden wir die Bewohner gegenseitig kennenlernen, mögliche Vorgehensweisen diskutieren und soziologische Aktivitäten durchführen, um festzustellen, welche Bedarfe bestehen. Viel Arbeit liegt bereits hinter uns, doch die kommenden zwei Wochen sehen wir als Maß des Erfolgs für unsere Erkundung. Projekte in Bolivien gelten als schwierig und anspruchsvoll, doch wir sind guter Dinge, die Herausforderungen angemessen zu lösen.

Bis bald,

Isabella, Lucas und Markus

05.06.2014 19:16, Philipp Blanke

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