Ankunft in Bolivien

Nach einem Jahr Bolivienabstinenz lande ich wieder auf dem Flughafen Cochabamba. Das trockene warme Klima, das Hupen auf den Straßen, die Smogglocke, die über der Stadt hängt, die freundlichen Gespräche mit den Taxifahrern; Vieles ist gleich geblieben in Cochabamba. Man ist erstaunt, dass nach einem Jahr, in dem im Leben Einzelner so viele wichtige Dinge geschehen und man sich schon wieder völlig an die Heimat gewöhnt hatte, die Welt auf der anderen Seite des Atlantiks scheinbar ganz und gar gleich geblieben ist.

Doch es gibt auch einige Veränderungen. Das Team hat teilweise gewechselt. Dieses Mal sind Ferdinand und Christoph mit dabei, die zusammen mit den motivierten, hochgeschätzten Kräften in Deutschland die Zukunft des Projekts bilden.

Ferdinand ist schon seit drei Wochen in Cochabamba und hat erfolgreich einen Spanischkurs gemacht. Auch Christoph war bereits einige Tage vor mir hier in Cochabamba. Zusammen möchten wir die zweite Phase (letztes Jahr waren wir ja schon zu einer Erkundungreise hier) des anspruchsvollen, ambitionierten Projekts, das vor nun drei Jahren begonnen hat, erfolgreich durchführen. Anspruchsvoll ist dieses Projekt, weil fünf Stakeholdergruppen an dem Projekt teilnehmen (je nach Zählung auch mehr), vier verschiedene Sprachen gesprochen werden (Deutsch, Spanisch, Quechua und Englisch), die Logistik von Personen und Materialien in das Dorf schwierig ist und das Unterrichtskonzept, das innerhalb des Projektes eingeführt werden soll, didaktisches Neuland in Bolivien ist.

Wir möchten innerhalb eines Unterrichtsfaches Berufsschülern theoretisch und praktisch projektorientiertes Arbeiten beibringen. Höhepunkt dieser Unterrichtsreihe soll ein 7-tägiger Besuch in einem bolivianischen Dorf sein, bei dem ein Problem der Bewohner (stark rußende Kochstellen) gelöst werden soll.

In der ersten Woche treffen wir also die beiden Partnerorganisationen: Die Schule Sayarinapaj und die Fundacion SODIS. Gute, konstruktive Gespräche lassen uns mit Zuversicht auf die anstehenden Aufgaben Blicken. Es werden Vorgehensweisen ausgetauscht und Probleme gelöst. Aber erst in der nächsten Woche wird es richtig losgehen. Dann wird die erste Unterrichtseinheit stattfinden und dann steht der erste Dorfbesuch an. Ein Jahr der Arbeit und Vorbereitungen geht also endlich in die vorerst entscheidende Phase.

15.05.2015 00:31, Philipp Blanke

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