Entwicklung von Schulkochstellen in Sicoya

Heute sind wir, Laura und Johanna, mit den Schülern des ITC Kurses zu einer kleinen Grundschule in der Gemeinde Sicoya gefahren, welche ca 15 Minuten von San Pedro de Buena Vista entfernt liegt. Mit neun Schülern, einem Lehrer, Remberto vom Sodis-Team und der Sodispraktikantin Lisa ging es um neun Uhr mit Motorrädern und dem Sodis Jeep los. Der Plan war die lokalen Materialien (also Lehm und Lehmziegel) für den Prototypenbau, welcher in zwei Wochen geplant ist, vorzubereiten. Guter Lehm „Barro Mejorado“ muss einige Zeit fermentieren und die Lehmziegel austrocknen.

Zuerst haben die Schüler fleißig Erde geschippt und gesiebt. Die Erde wird dafür gegen ein Gitter geworfen, wodurch die groben Teile und Steine aussortiert werden. Währenddessen haben Johanna, Lisa und die Schülerin Fidelia den Eseldung für den Lehm zerkleinert. Handarbeit ist hier angesagt. Zum Glück kamen uns aber die Kinder der Schule zur Hilfe und haben ruckzuck mit den Füßen den benötigten Mist präpariert. Außerdem haben zwei Väter geholfen Stroh zu zerhacken. Dieses ist ebenso Bestandteil für die Materialien.

Dann hieß es für die Schüler des ITC Lehmziegel (Adobe) anzufertigen. Erst wurde wie beim Backen ein großer Berg Erde mit einer Mulde in der Mitte aufgetürmt, in die Mitte kam anstatt des Eis Gras und Wasser. Dies wird anschließend gut durchmischt, für das optimale Ergebnis haben die Jungs den Lehm mit den Füßen gestampft. Leider stand uns nur eine Adobeform zur Verfügung, eine einfache Holzkonstruktion, die die Ziegelform vorgibt, sodass leider immer nur einer die Ziegel machen konnte. Kameradschaftlich wurde sich dabei jedoch immer abgewechselt.

Während dessen haben wir uns ans Kochen gemacht. Am Tag vorher hatten wir alles für ein deutsches Gericht vorbereitet – Knödel! In liebevoller Handarbeit haben wir Brot zerpflückt und alles für eine Kürbissuppe kleingeschnitten. Die Köchinnen der Grundschule waren zudem so nett, uns alle auch mit in ihr Mittagessen einzuplanen, ihrer Sopa de Mani (ein Nationalgericht, Nudelsuppe mit Erdnüssen). Also gab es kurzerhand einfach zwei Gerichte. Wir haben Knödel geformt und dann auf einer traditionellen Holzfeuerstelle, der K’oncha, gekocht. Das war nicht nur für die Schüler, groß und klein, ein Erlebnis, sondern auch für uns. Das Kochen mit offenem Feuer ist gar nicht so einfach und der Rauch wirklich beißend. Anfangs waren alle noch etwas zögerlich und misstrauisch unserem Essen gegenüber. Aber am Ende haben allen unsere Knödel gut geschmeckt und sie waren überrascht, dass es ein vegetarisches Gericht ist. Normalerweise darf in Bolivien in einer Mahlzeit das Fleisch nicht fehlen.

Knödelgestärkt ging es weiter mit der Arbeit, denn insgesamt wollten wir 140 Adobe fertigen. Des Weiteren musste noch der Barro angesetzt werden. Hier kam der Eselmist zum Einsatz, zusammen mit Sand, Erde, Wasser und Gras wird ein klebriger Lehm, der quasi als Zement dient, vorbereitet.
Beim Bau der Prototypenkochstelle in 2 Wochen werden wir die fertigen Materialen benutzen. Vielleicht gibt es dann erneut Knödel in Sicoya, diesmal auf einer rauchfreien Kochstelle!

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