Die Herbstausreise 2018 hat begonnen

 

Die Herbstausreise 2018 hat begonnen

Unsere Ausreisenden: Wilm und Theresa

Auch in diesem Herbst sind wieder Studierende aus Aachen als ehrenamtliche Mitarbeiter in Bolivien vor Ort um dort zusammen mit unserer Partnerorganisation an unseren gemeinsamen Projekten weiterzuarbeiten. Um Sie als interessierten Leser/Spender auf dem Laufenden zu halten, werden wir in den kommenden Wochen regelmäßige Berichte und Erfahrungen unserer Ausreisenden als Blogeinträge auf unserer Website veröffentlichen. Viel Spaß mit dem ersten:

Am Dienstag, den 18. September, sollte es endlich raus aufs campo gehen. Die ersten Tage unserer Herbstausreise hatten wir, das sind zurzeit noch Theresa und ich – Marie wird uns ab Anfang Oktober unterstützen, dazu genutzt, um in Cochabamba die ersten Gespräche mit unserer Partnerorganisation zu führen, uns an die Höhe zu gewöhnen und uns generell in Bolivien zu akklimatisieren. Jetzt wollte uns Wilson Claros (hier erfahren sie mehr über Wilson), der Techniker unserer Partnerorganisation, mit nach Micani nehmen. Unser ursprünglicher Plan mit der flota, also dem Bus, zu fahren wurde abgewunken. Mit dem Auto ginge es viel schneller. Der Unterschied zwischen 4 Stunden und bis zu 11 Stunden Fahrt ließ uns nicht lange zögern.

Wilson plante die Durchführung eines Workshops mit fünf Lokalexperten, die in Micani eine Werkstatt errichtet hatten. Die Arbeit mit den Lokalexperten ist, neben den Durchführung unserer beide Bildungsprojekte, die dritte Säule unseres Engagements in Bolivien. Insgesamt bilden wir 17 expertos z.B. im Kochstellen-, aber auch im Trenntoilettenbau aus. Sie sollen in ihren Dörfern Technologien implementieren und so dazu beitragen das Leben der Landbevölkerung im gesamten Distrikt Micani zu verbessern. Dadurch, dass sie in der Dorfgemeinschaft verwachsen sind, erhoffen wir uns eine höhere Akzeptanz der implementierten Technologien. Genau dieses Phänomen konnten wir schon in verschiedenen Dörfern beim Kochstellenbau beobachten. In den folgenden Monaten wollen wir diese These untersuchen.

Lage des Ortes Micani im Hochland von Boliven

In der Werkstatt sollen Ersatzteile für die implementierten Technologien gefertigt werden, die dann von der Bevölkerung direkt dort erworben werden können; so werden hier z.B. Kaminrohre für unsere Kochstellen hergestellt. Da die Lokalexperten schnell zu der Erkenntnis kamen, dass sich die Werkstatt nicht nur durch den Verkauf dieser Verschleißteile finanzieren lässt, sollten sie im nun anstehenden Workshop das Fertigen von Türen und Fenstern lernen.

Doch bis nach Micani war es noch ein langer Weg: Drei der fünf Lokalexperten waren bereits am Montag nach Cochabambaangereist, um sich auf dem Markt umzuschauen und Material für die Türen uns Fenster zu kaufen. Da der Einkauf allerdings erst am Dienstag stattfand und sich schwieriger als gedacht gestaltete, konnten wir unsere Fahrt erst gegen halb elf in der Nacht antreten. Dem vorhergegangen war eine mehrstündige Packorgie, bei welcher nicht nur die Metallprofile und Holzplatten für den Workshop, sondern auch das viel zu große und sperrige Gepäck der beiden Gringos auf dem Dach des Geländewagens verzurrt wurden. Nachdem auch noch für Verpflegung gesorgt wurde, ging es endlich Richtung San Pedro de Buena Vista. Von dort sollte es am nächsten Tag weiter nach Micani gehen. Schon bald wechselte der Straßenbelag von Teer zu Schotter. Während der nächsten viereinhalb Stunden gab es bis auf karge und steile Berghänge nicht viel zu sehen. Die Mitreisenden, die es schafften trotz des einschläfernden Schaukelns wachzubleiben, wurden allerdings durch den Blick auf einen beeindruckenden Sternenhimmel belohnt.

Wilm Rogge

Add Your Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Your Name *

Your Mail *

Your Comment*