Unterricht an der Berufsschule ITS

Unterricht an der Berufsschule ITS

Eine weitere Studierende aus unserem Team, Marie-Sophie Braun hat sich auf den Weg gemacht, um unser Projekt in Bolivien vor Ort zu unterstützen. Dort übernahm sie die Leitung eines Kurses an der Berufsschule ITS und berichtet uns von neuen  Methoden, die im Projekt Anwendung finden:

Aus den Erfahrungen des vorangegangenen Kurses wurde festgelegt, dass die Schüler deutlich enger in die Bedarfserhebung einbezogen werden. Aus diesem Grund wurde eine Blockeinheit durchgeführt, in der die Schüler Bedarfserhebung sowie die Evaluierung der Mikrobewässerung des vorangegangenen Kurses konzeptualisieren sollen. Mir kam als Ausreisende die Aufgabe zu, den Kurs in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrkörper des ITS zu halten.

Besonders erfreulich war das große Interesse und die aktive Teilnahme der Klasse an dem Kurs. Die kleine Klasse von etwa 16 Schülern war von vornherein sehr aufgeschlossen dem Kurskonzept und den Unterrichtsmethoden gegenüber. Dies ist insbesondere wichtig, da Workshop auf die aktive und initiative Mitarbeit der Schüler angewiesen ist. 

Die Schüler nehmen die Methoden sehr gut an.

Ihr Interesse an den Kursthemen ist groß. 

Nach einer ersten Projektvorstellung durch einen Schüler des vorherigen Kurses wurden die sogenannten PRA-Methoden zunächst theoretisch besprochen. Es handelt sich dabei um partizipative Methoden der Bedarfserhebung im ländlichen Raum, wobei die gemeinsame Ergebnisgenerierung und -diskussion mit allen Beteiligten im Vordergrund stehen.

Um den Schülern ein besseres Verständnis zu ermöglichen wurden die Methoden in Rollenspielen durchgespielt. Dies half den Schülern die Dynamiken, die in einer solchen Diskussion entstehen, zu begreifen. Der Moderator nimmt dabei eine wichtige Schlüsselrolle ein: Er ist dafür zuständig, die Diskussion konstruktiv voranzubringen, ohne Einfluss auf deren Ergebnisse zu nehmen.

Auch die Analyse der Methoden ist ein bedeutender Schritt: Die Ergebnisse mögen oftmals auf den ersten Blick trivial erscheinen, doch verbirgt sich beispielsweise hinter einer einfachen Tagesroutine mehr Information, als man zunächst erwarten würde.

Nachdem alle Methoden, die zur Bedarfsanalyse verwendet werden sollen, festgelegt wurden, widmete sich die Klasse der Planung der Evaluierung des Bewässerungssystems. Dieser Schritt ist ebenso wichtig wie die Bedarfsermittlung. Sollten sich größere Probleme mit der Bewässerungsanlage zeigen, so wird die Klasse zunächst versuchen, diese zu beheben. Einerseits wird auf diese Weise ein Gefühl von Verantwortung vermittelt, andererseits können und wollen wir als Aktion Sodis die Implementierung von Technologien, die Mängel aufweisen, nicht verantworten. Jede der Technologien, die in unserem Namen erbaut wird, muss nachhaltig eine Bereicherung für deren Nutzer darstellen.

Marie-Sophie Braun

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