Die Evaluierungsphase vor der Heimreise

Die Evaluierungsphase vor der Heimreise

Mittlerweile sind alle drei Studierenden, die diesen Herbst unser Projekt vor Ort in Bolivien unterstützt haben, nach Aachen zurückgekehrt. Von ihren letzten Aktivitäten während der Ausreise berichtet Wilm Rogge:

Die beginnende Regenzeit stellte uns in den vergangenen Tagen vor einige Herausforderungen. Unsere Arbeit im infrastrukturschwachen, ländlichen Distrikt Micani wurde zudem dadurch erschwert, dass wir uns ohne eigenes Auto zwischen den einzelnen Dörfern bewegen mussten, da sich dieses derzeit in der Reparatur befindet. In Ipote führten wir einen Workshop zum Errichten von Schulkochstellen durch und kamen in den Genuss bolivianischer Geselligkeit, wir bereiteten die Evaluierungsworkshops vor und unterstützten die Lokalexperten dabei, das Material für die Kochstellen vorzubereiten.

Die Bewässerungsanlage in Ala Cruz und Allpaka

Glücklicherweise konnte uns ein Lehrerehepaar auf seinem Weg zurück von Micani zu ihrer Schule mitnehmen, sodass wir zumindest den Weg zur Schule in Ala Cruz nicht zu Fuß erledigen mussten. Wie in allen Schulen, die wir besuchten, unterrichten hier zwei bis drei Lehrer etwa 50 Schüler, die täglich Fußwege von bis zu zwei Stunden zurücklegen müssen. Nach einer kurzen Besichtigung der Bewässerungsanlage befragten wir die Lehrer nach ihrer Einschätzung der Anlage und zu allgemeinen Schwierigkeiten, die in der Schule und der Gemeinde vorliegen. In den Gesprächen mit den Lehrern war es immer wieder faszinierend zu sehen, wie sehr sich die Lehrer für eine Verbesserung der Lebensumstände ihrer Schüler einsetzen und wie dankbar sie über unsere Hilfe sind. Außerdem konnten alle die Vorteile der Mikrobewässerung, wie z.B. die große Wasserersparnis gegenüber anderen Bewässerungssystemen, erkennen und nennen. Besonders freute uns bei all unseren Besuchen, dass alle unsere im Frühjahr ausgegebenen Samen genutzt wurden und so eines unserer Hauptanliegen, Varietät auf den Speiseplan zu bringen, erfüllt wurde.

Bei unserer Rückkehr nach Micani war das Sodis-Auto bereits angekommen, wenn auch ohne Berufsschüler, da sich die lange Fahrt nach den wiederholten, wetterbedingten Verschiebungen des Aufbruchs für sie nicht mehr gelohnt hatte. Nach dem Mittagessen begannen wir also damit, das Auto mit Kaminrohren, Zement, Ziegeln und weiterem Baumaterial zu beladen und machten uns auf, um das Material auszuliefern. Auf der Fahrt setzte Wilson Marie und mich in Allpaka ab, damit wir auch dort die Mikrobewässerung untersuchen konnten. Auch hier erhielten wir ähnlich positive Rückmeldungen.

Vorbereitungen zum Bau der Schulkochstellen

Donnerstag wurde die Auslieferung der Ofenbauteile weitergeführt, sodass die Lokalexperten nun bis Ende November die Kochstellen errichten können, damit dann jede Schule die Möglichkeit hat, rauchfrei zu kochen. Für das nächste Jahr haben wir uns vorgenommen, gemeinsam mit den Lokalexperten Trenntoiletten in denjenigen Schulen zu errichten, die noch nicht über solche verfügen. Ziel ist es zunächst, alle Schulen auf ein gleiches Niveau zu heben, um sie dann gezielt weiter zu entwickeln.

Marie und ich machten uns unterdessen, nachdem wir die Bewässerungsanlage am Internat in Micani untersucht hatten, auf den Rückweg nach San Pedro. Die Flussüberquerung gelang uns zwar noch problemlos und trotzdem merkten wir, dass nun die Regenzeit mit voller Stärke beginnen würde und wir unsere Aufgaben gerade rechtzeitig vor ihrem Einsetzen erledigt hatten. In der nächsten Zeit werden wir mit den Ergebnissen unserer Evaluationsreise zusammen mit dem Instituto Técnolgico Sayarinpaj ein Kurskonzept erarbeiten, dass wir im nächsten Frühjahr durchführen werden, um innerhalb dieses Kurses wieder nach dem Regen nach Micani zurückzukehren und die Situation in den Dorfschulen ein Stück weiter zu verbessern.

Wilm Rogge

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