Eine technologische Lösung für neue Schülerunterkünfte

Eine technologische Lösung für neue Schülerunterkünfte

Es fehlt an Unterkünften für die Schüler. Günstig hergestelltes Baumaterial könnte die Lösung des Problems sein. Daher arbeiten wir derzeit an einem Prototyp einer ISSB-Presse, um die Einführung dieser Technologie der Ziegelherstellung in Micani vorzubereiten.

Frei nach Sepp Herberger gilt auch bei Aktion Sodis: „Nach der Ausreise ist vor der Ausreise.“ Und weil im Frühjahr die nächste Ausreise eines Teams aus unseren Reihen ansteht, beginnen jetzt – direkt im Anschluss an die abgeschlossene Herbstausreise – die Vorbereitungen für das Frühjahr.

Bei unserer Ausreise im Herbst haben wir zusammen mit den Schülern und Lehrern des Instituto Técnologico Charcas (ITC) bei einem PRA-Workshop ermittelt, welchen Bedarf die Schule selbst hat. In den vorherigen Jahren haben wir zusammen mit dem ITC bereits rauchfreie Kochstellen im Distrikt Micani errichtet. Aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel der Schule haben wir entschieden, dass wir im kommenden Jahr zusammen mit einem Kurs ein Problem der Schule mithilfe einer technischen Lösung beheben wollen.

Die Technik: Gepresste ISSB-Ziegel

Die Bedarfserhebung ergab, dass es unter anderem an Unterkünften für die Schüler mangelt. Um dieses Problem anzugehen, beschlossen wir, mit der Schule die sogenannte ISSB-Ziegeltechnik zu implementieren. Vorteile der ISSB-Ziegel sind, dass sie nicht gebrannt, sondern gepresst werden, dass sie zu einem Teil aus normalem Lehm bestehen und dass sie über eine Nut und Feder verfügen. Somit könnten die Ziegel deutlich schneller und mit weniger Zement hergestellt werden, außerdem wäre kein Brennholz notwendig. Auch beim Bau mit dieser Ziegelvariante ist weniger Zeit und Zement notwendig als bisher. Während des Kurses beschäftigen sich die Schüler in der Mechanikerausbildung mit der Entwicklung der Ziegelpresse, während die Schüler im Baubereich die Aufgabe übernehmen, das richtige Ziegelmischverhältnis zu ermitteln.

Prototypenbau in Deutschland

Auch hier in Deutschland sind wir nicht untätig: Ähnlich wie bei der Kochstellenentwicklung ist es Aufgabe unserer Technikgruppe in Deutschland, hier einen Prototyp zu bauen, um unsere Erkenntnisse nach Bolivien zu transferieren. In den letzten Wochen traf unser Team sich mehrmals in der Studiwerkstatt, um den Pressenprototyp zu bauen. Die Studiwerkstatt ist ein gemeinnütziger Verein in Aachen, der uns Räumlichkeiten und Gerät zur Verfügung stellte: Mehreren Schweißgeräte, eine Drehbank, eine Fräse und Bohrmaschinen kamen beim Bau unseres Prototyps zum Einsatz. Die Studiwerkstatt kam uns außerdem beim Beitrag für die Benutzung der Werkstatt sehr entgegen – Dafür wollen wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken! Das Baumaterial wurde uns zum Großteil von Stahlbau Rötgers zur Verfügung gestellt, auch für diese Unterstützung möchten wir unseren herzlichen Dank aussprechen.

Beim Bau des Prototyps ging es uns zunächst nicht darum, hier in Deutschland Ziegel zu pressen, sondern darum, die Bewegungsabläufe der Hebel genauer kennenzulernen und ein Gefühl für die Presse zubekommen. Durch die Möglichkeiten, die uns die Ausstattung der Studiwerkstatt eröffnete, und die großartige Unterstützung der Werkstattsmitglieder gelang es uns, die Presse innerhalb von nur zweieinhalb Wochen zu konstruieren. Nun gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse zusammenzufassen und zeitnah nach Bolivien zu schicken, denn dort soll im Februar bereits der Theorieunterricht zum Bau der Presse beginnen. Bei unserer Ausreise ab März kann dann direkt mit der Konstruktion eines Prototyps in Bolivien begonnen werden.

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