Gute Wünsche für Micani

Gute Wünsche für Micani

Ein neues Jahr beginnt. 2019 wollen wir unsere Projekte im bolivianischen Hochland fortsetzen. Vor einem Jahr befragten wir einige Bewohner Micanis zu ihren Wünschen für die nahe Zukunft. Den Jahreswechsel nehmen wir zum Anlass, um das Voranschreiten der Entwicklungszusammenarbeit zu überprüfen:

Cancio Coñaca (Dorfvorsteher) 

Vor genau einem Jahr, zu Weihnachten 2017, formulierte der Dorfvorsteher: „Für meine Gemeinde wünsche ich mir eine eigene Schweißwerkstatt, damit wir selbst Kaminrohre herstellen können.“

Gemeinsam mit vier anderen Männern aus Micani gelang es ihm dieses Jahr das Sozialunternehmen CAMCEC zu gründen. Die Regierung stellte Räumlichkeiten zur Verfügung, wir halfen mit einer Anfangsinvestition für den Kauf des nötigen Werkzeugs und ermöglichten dem fünfköpfigen Team Schulungen im Schweißen. Cancios Unternehmen steht heute auf eigenen Beinen und stellt inzwischen nicht nur Kaminrohre für Kochstellen her, sondern auch Fenster und Türen.

Elias Surallya (Lehrer)

„Ein Sturm hat das Dach, die Fenster und das Gemüsebeet unserer Schule ,Kalapequeña’ verwüstet. Wir wünschen uns Ihre Unterstützung!“ – so Elias Surallya 2017.

Elias‘ kleine Dorfschule in Kalapequeña hat inzwischen wieder ein Dach. Das gelang der Gemeinde aus eigener Kraft! Der Bau wassersparender Gemüsegärten wurde in diesem Jahr an drei anderen Schulen im Bezirk erprobt. Im kommenden Jahr soll auch die Schule in Kalapequeña einen solchen erhalten. So wird das ganze Jahr über eine ausgewogene Ernährung für die Kinder Micanis gesichert.

Ofelia Cusilio (Köchin)

„Für unsere Schule wünsche ich mir eine hygienische und bequemere Küche, die weniger Holz verbraucht.“

Am Internat der Sekundarschule von Micani, wo Ofelia lebt, werden täglich die Mahlzeiten für 120 Kinder und Jugendliche gekocht – seit diesem Jahr auf einer großen rauchfreien Kochstelle! Schülerinnen und Schüler des Instituto Tecnológico Charcas entwickelten gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus Deutschland eine solche Kochstelle im Rahmen des jährlichen Lehrprojekts „Bildung bleibt“ und errichteten die erste Modellküche in Micani. Hygienischer und bequemer ist sie auch, denn man kocht nicht mehr sitzend auf dem Boden.

Prof. Hermengildo (Lehrer)

„Für meine Schule wünsche ich mir Gemüsebeete und sauberes Trinkwasser damit sich die SchülerInnen gesund ernähren können.“

Ein Wasserfilter steht bereits im Klassenzimmer, aber noch verfügt Hermengildos Schule in Llavini nicht über eigene Gemüsebeete. Gerade hier ist die technische Herausforderung besonders schwierig, denn das Wasser ist auf dem Bergkamm besonders knapp. Im vergangenen Jahr gelang es uns in Zusammenarbeit mit angehenden LandwirtInnen und ihrem Lehrer drei wassersparende Gemüsegärten an Dorfschulen des Distrikts zu errichten. Diese ermöglichen den Kindern selbst während der Dürren eine gesunde Ernährung. Im kommenden Jahr möchten wir auch Hermengildos Schule erreichen.

Felix Aranibar (Lokalexperte)

„Für unsere Schule wünsche ich eine Schulküche, die nicht der Gesundheit schadet, bei der man im Schatten kochen kann… und Kochgeschirr.“

Wir haben Felix das Wissen und die Werkzeuge gegeben, er hat gebaut. Dank seines Einsatzes steht nicht nur an „seiner“ Dorfschule in Huaripampa eine rauchfreie Kochstelle – an allen an allen 14 Dorfschulen Micanis kann man ohne gefährliche Rauchbelastung und Holzverschwendung kochen.

2019 - Gemeinsam für Micani
Im kommenden Jahr arbeiten wir mit unserem bolivianischen Team vorrangig an den 14 Dorfschulen Micanis. Mit Ihrer Spende kann dort viel bewegt werden! Gerade jetzt ist die Arbeit in Bolivien mehr denn je die zarten Strukturen in Micani langfristig zu sichern und einen Wandel zu bewirken.
Im Kontext Menschenrechte
Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen verabschiedet . Alle Menschen sind gleich an Rechten und doch sind sie es nicht. Angesichts globaler Ungleichheit ist es von großer Bedeutung, als Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit einzustehen.
Im Kontext Klimawandel
Klimatische Veränderungen wirken sich in Micani sehr direkt auf das Leben der Bevölkerung aus. Kommt die Regenzeit unvorhergesehen, kommt es zu großen Ernteausfällen, die anders als in Europa nicht durch Zukauf ausgeglichen werden kann. Dürren und Starkregen bedeuten im infrastrukturschwachen Micani Hunger.

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