Aktueller Stand der Verbreitung und Nutzung von Kochstellen

Aktueller Stand der Verbreitung und Nutzung von Kochstellen

Traditionell wird in Micani an offenen Feuerstellen gekocht. Die Rauchbelastung in den Wohnungen ist dadurch sehr hoch und verursacht Atemwegserkrankungen, die lebensgefährlich sein können. Diesem Problem nehmen sich die geschulten Yachaqkuna an, indem sie rauchfreie Kochstellen errichten. Heute ziehen wir eine Zwischenbilanz: 

Stolz konnten wir zum Jahresbeginn auf die Errichtung 50 neuer Familienkochstellen in 2018 zurückblicken. Dadurch haben unsere Lokalexperten mittlerweile 60% aller Haushalte in Micani erreicht. Doch um eine echte Veränderung der gesundheitlichen Situation in Micani zu bewirken, reicht es nicht aus, möglichst viele Kochstellen zu bauen. Errichtet wurden alle 225 Kochstellen in Micani im Rahmen des zum Jahreswechsel ausgelaufenen Projektes Micani sin Humo. Maßgeblich daran beteiligt waren auch die Ingenieure ohne Grenzensowie die Georg Kraus Stiftung.

Entscheidend für die Wirkung des Projektes ist, dass diese auch regelmäßig genutzt werden. Projekte in vielen Ländern der Welt arbeiten hart daran, mit Hilfe verbesserter Kochstellen die Luftverschmutzung in Wohnräumen zu verringern – denn laut WHO fordert das Kochen auf offenen Feuern in Wohnräumen noch immer 4 Millionen Menschenleben pro Jahr. In vielen Fällen scheitern die Projekte leider an Problemen bei der Verbreitung oder Akzeptanz der Technologien.

Lessons Learned anderer Kochstellenprojekte

Die 2010 von der United Nations Foundation gegründete globale Allianz für saubere Kochherde hat verschiedene Kochstellenprojekte analysiert und vier Hauptprobleme identifiziert: Fehlende Akzeptanz der Technologie, unzureichendes Wissen über die Nutzung, Beschädigungen an der Kochstelle und eine mangelhafte Lieferkette. Diese Probleme können häufig dazu führen, dass Familien zwar eine Kochstelle erhalten haben, diese jedoch nicht nutzen.

Von den Erfahrungen anderer Projekte können wir bei Aktion Sodis profitieren. Die Hindernisse, die Organisationen in anderen Regionen der Welt an ihre Grenzen führten, können wir gezielt angehen: Durch die intensive Schulung der Lokalexperten bilden wir Persönlichkeiten aus, die die Vorteile des rauchfreien Kochens nicht nur in ihre Gemeinden tragen, sondern auch Schulungen zur korrekten Nutzung anbieten sowie Wartungsarbeiten durchführen können. Damit die Lokalexperten ausreichend und zuverlässig mit Bau- und Ersatzteilen versorgt werden können, haben fünf von ihnen das Sozialunternehmen CAMCEC gegründet.

Monitoring in den Dörfern Micanis: 81% der Kochstellen in Gebrauch

Um den Fortschritt der Arbeit in Bolivien zu verfolgen und zu bewerten, werden regelmäßig Monitorings in den Haushalten und Schulen durchgeführt. Im Dezember hat unser Techniker vor Ort die Dörfer Micanis besucht und die Nutzung der rauchfreien Kochstellen erfasst. Das Ergebnis ist, dass 81,3% der gebauten Kochstellen regelmäßig benutzt werden.

Dieser Wert kann uns positiv stimmen. Die Nutzung der Kochstellen entspricht unserem definierten Ziel von 80 %. Projekte, welche stark mit den oben genannten Problemen zu kämpfen haben, erreichen oft Nutzungsergebnisse von unter 50% (vgl. Ruiz-Mercado et al. 2011: Mexiko 15%, Guatemala: 8%). Die Verbreitung durch Lokalexperten und die Gründung von CAMCEC scheinen sich also auszuzahlen.

Dennoch können wir von den Ergebnissen des letzten Monitorings noch Verbesserungspotential ableiten. Vier Gemeinden Micanis besitzen noch keine rauchfreie Kochstelle. Außerdem können wir erkennen, dass Familien in Gemeinden mit wenig gebauten rauchfreien Kochstellen öfter wieder auf traditionelle offene Feuer zurückgreifen.

Bei der nächsten Ausreise gilt es nun gezielt auf die identifizierten Schwachstellen einzugehen und Gemeinden mit geringer Nutzung der Kochstellen zu besuchen.

Ziele der Ausreise 2019
Drei unserer Freiwilligen machen sich bereit, denn ab April werden sie unser Projekt in Micani vor Ort betreuen. Die Vorhaben für die kommende Ausreise sind nun abgesteckt und fokussieren die Begleitung zweier Kurse an Berufsschulen und das Coaching der Lokalexperten der Region.
Helfen sie mit!
Unser ganzheitlicher Ansatz hat zum Ziel, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen langfristigen Wandel anzustoßen, der nachhaltend eine Vielzahl an Lebensbereichen betrifft. Unterstützen Sie unsere Entwicklungsarbeit mit Ihrer Spende und begleiten Sie alle Projektbeteiligten auf ihrem Weg!

 

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