Erfahrungsaustausch mit Engineers Without Borders

Erfahrungsaustausch mit Engineers Without Borders 

Zwei Projekte in unterschiedlichen Regionen der Welt und zwei studentische Teams aus verschiedenen Städten Deutschlands – Was uns zusammenführte, ist das Ziel, die Lebensbedingungen von Menschen in benachteiligten Ländern mithilfe einer Technologie zu verbessern: mithilfe einer ISSB-Ziegelpresse.

Am Wochenende haben wir hier in Aachen eine Abordnung des Engineers Without Borders-Projekts „Iyolwa – Water & Sanitation“ zu einem gemeinsamen Workshop bezüglich der ISSB-Technologie (Interlocking Soil Stabilized Bricks) begrüßen können. Der Verein Engineers Without Borders (EWB) ist in Karlsruhe ansässig und engagiert sich in Entwicklungsländern weltweit in 30 Projekten. Eins dieser Projekte unterstützt seit 2015 in Uganda den Bau einer Schule. Im Rahmen dieses Engagements konnten ein Sanitärkomplex und eine Wasseraufbereitungsanlage für die Mädchenunterkunft errichtet werden. Eine weitere Wasseraufbereitungsanlage entstand später für das Schulgebäude.

Beim Bau der Wasseraufbereitungsanlagen nutzten die Freiwilligen von EWB die sogenannte ISSB-Technologie, die wir von Aktion Sodis gerne auch in Bolivien implementieren wollen. Die Technologie der gepressten und nicht gebrannten Ziegel ist vor allem in Ostafrika weit verbreitet, sodass es der EWB-Gruppe sogar möglich war, eine Presse bei einem kenianischen Hersteller zu erwerben. Die mit der Presse gefertigten Ziegel nutzte das Team dann vor Ort zum Bau eines Technikgebäudes und zur Errichtung von Zisternen. EWB verfügt somit bereits über reichlich Erfahrung bei der Herstellung und Verwendung von ISSB-Ziegeln.

Der gemeinsame Workshop in Aachen

Nachdem wir uns gegenseitig unsere Projekte vorgestellt hatten, arbeiteten wir gemeinsam an zuvor aufgekommenen Fragestellungen. Dabei bezogen sich unsere Fragen eher auf die Herstellung der Ziegel und den Bau mit eben diesen, während die EWB-Gruppe Fragen bezüglich unserer Technologieverbreitung nachging. Da die ISSB-Technologie in ihrem Projekt zurzeit nur an der Schule eingesetzt wird, suchen sie nach Wegen, um diese auch in der Gemeinde verbreiten zu können. Möglich wäre z.B. die Kooperation mit einer Technical School vor Ort. Mit unserer Erfahrung in der Arbeit mit Berufsschulen konnten wir hier wertvolle Tipps geben. Außerdem weckte der von uns gefertigte Prototyp der Ziegelpresse ihr Interesse. Aber auch für uns war der Wissensaustausch bereichernd. So erhielten wir einige neue Erkenntnisse zum Herstellungsverfahren der Ziegel, zum richtigen Mischverhältnis von Lehm, Sand und Zement und zur mörtelsparenden Bauweise mit den Ziegeln. Durch das Feder-Nut-System der Ziegel wird beachtlich viel Mörtel eingespart, sodass das Bauen mit den ISSB-Ziegeln außerdem billiger als das Bauen mit gebrannten Ziegeln ist.

Nach dem gemeinsamen Wochenende und der Vorstellung dieses positiven Beispiels für den Einsatz der ISSB-Technologie fühlen wir uns bestärkt darin, diese ebenfalls in Bolivien zu implementieren. Wir bedanken uns ganz herzlich bei der EWB-Gruppe für den gelungenen Informationsaustausch und werden diesen Dialog über die ISSB-Technologie und Technologieverbreitung auch in Zukunft weiterführen.

Im Kontext des Klimawandels
Unsere Vision ist es, das Leben der Menschen im ländlichen Bolivien grundlegend zu verbessern. Welche direkten Auswirkungen klimatische Veränderungen auf das Leben in Micani haben und wie wir versuchen, die Bewohner in ihrem Alltag zu unterstützen, erfahren Sie in unserem Bericht.
Helfen Sie mit!
Unser ganzheitlicher Ansatz hat zum Ziel, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen langfristigen Wandel anzustoßen, der nachhaltend eine Vielzahl an Lebensbereichen betrifft. Unterstützen Sie unsere Entwicklungsarbeit mit Ihrer Spende und begleiten Sie alle Projektbeteiligten auf ihrem Weg!

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