Lehren und Lernen – Eine Projektidee wird Realität

Lehren und Lernen – Eine Projektidee wird Realität

Die Wochen der Vorbereitung sind vorbei: 16 BerufsschülerInnen des Instituto Tecnológico Sayarinapaj reisen in die Projektregion, um die Technologie, die sie mit Bildung bleibt entwickelt haben, in die Realität umzusetzen und die lokale Bevölkerung in Themen der Landwirtschaft zu schulen. Theresa berichtet stolz von der Leistung ihrer KursteilnehmerInnen, die die Schulgärten mithilfe von einem intelligenten Pflanzsystem und Microbewässerungsanlagen nachhaltiger gestalten wollen:

Voller Vorfreude bestiegen die Schüler den Bus, denn was sie erwartete war eine Klassenfahrt der besonderen Art: Dieses Mal machten sie sich auf die Reise, um selbst etwas Neues zu schaffen, statt durch reine Beobachtung zu lernen. Sieben Wochen hatten sie daran gearbeitet, eine Lösung zu entwickeln, die die bestehenden Schulgärten in vier Gemeinden Micanis nachhaltig verbessern soll. Drei der Gemeinden wurden im vergangenen Jahr zur Erprobung bereits mit ersten Tröpfchenbewässerungssystemen ausgestattet. Für die langfristige Nutzung der Schulgärten wurden im Unterrichtskurs verschiedene Themen wie die Bodeninstandhaltung, Schädlingsbekämpfung und der Erosionsschutz thematisiert. Letztendlich entwickelten die SchülerInnen unter Berücksichtigung der klimatischen und geographischen Bedingungen ein System aus Pflanzen, die die Schulgärten auf verschiedene Weisen unterstützen: Sie binden das Wasser im Boden, schützen den Boden vor Erosion und reichern ihn mit Stickstoff an. Außerdem produzieren sie Biomasse, die zum Schutz vor Verdunstung oder als Dünger genutzt werden kann. Ergänzend wurden in den Gärten Kräuterpflanzen gesetzt, die aufgrund ihrer aromatischen Düfte von verschiedenen Insektenplagen schützen können.

Nach einer im Bus durchwachten Nacht erreichten wir Ipote, die erste Station unserer Reise. Müde errichteten die SchülerInnen ihre Zelte und fielen anschließend über das typische Frühstück her. Nach der ersten Stärkung begann die Arbeit mit den Grundschulkindern, denen die BerufsschülerInnen die verschiedenen Gemüse- und Obstsorten sowie Kräuter vorstellten, die es in Zukunft in ihrem Schulgarten geben wird. Währenddessen begann ein weiteres Team gemeinsam mit den Dorfbewohnern, den Boden des Schulgartens für die Bepflanzung vorzubereiten und das Bewässerungssystem zu errichten. Mit großem Einsatz aller Beteiligten wuchs der Garten vor unseren Augen, bis er seine Größe verdoppelt hatte. Am Abend, nach der letzten Schulung zur Nutzung und Instandhaltung der Bewässerungsanlage, schauten die Schüler stolz den Hang hinab: Nahezu 400 m² groß war der Garten nun, das System aus Bewässerungsschläuchen bedeckte die gesamte Fläche, die gerahmt von den jungen Obstbäumen und unterstützenden Pflanzen auf ihre Inbetriebnahme wartete.

In A La Cruz erwartete uns am nächsten Tag eine ebenso große und interessierte Gruppe an Dorfbewohnern, die von den LandwirtschaftsschülerInnen des ITSlernen wollte, wie sie ihren Garten wassersparend bewirtschaften und den Ertrag ihrer Obstbäume steigern können. Gemeinsam wurden Teile des Bewässerungssystems ausgetauscht und die Setzlinge gepflanzt. Die Fragen der Dorfbewohner schienen kein Ende zu nehmen, der Wunsch, das Beste aus dem Garten zu machen und den Grundschulkindern so eine vielfältige Ernährung zu ermöglichen, war deutlich zu spüren.

Die dritte Dorfschule liegt im abgelegenen Allpaka und die Schüler laufen oft stundenlang, um am Unterricht teilzunehmen. Dort empfing uns zwar ein interessierter Lehrer, jedoch keine Gemeinde, die sich für den Schulgarten verantwortlich fühlt. Die Anlage des vergangenen Jahres fanden wir außer Betrieb vor, was jedoch vor allem daran zu liegen scheint, dass die Gemeinde ganz besonders mit der Wasserknappheit zu kämpfen hat. Nach der Bepflanzung des Gartens und Ausbesserung der Anlage, erklärten die SchülerInnen des ITS dem Lehrer und seinen Klassen die einzelnen Elemente und den Umgang mit der Anlage und den Pflanzen.

Am Internat von Micani haben wir im Vorfeld aufgrund des schlechten Zustands der Anlage entschieden, dass zunächst eine neue Schulung für die Bewässerungsanlage nötig sei und derzeit die Implementierung einer neuen technischen Lösung wenig Sinn macht. Die SchülerInnen wurden also zur Instandhaltung der Anlage und einer gesunden Ernährung durch eine Vielfalt an Gemüse geschult und die Anlage soweit ausgebessert, dass sie wieder in Betrieb genommen werden kann. Der Internatsleiter nahm an allen Schulungen teil und versprach, die Anlage in naher Zukunft in Betrieb zu nehmen und sie zu warten, sodass wir mit einem guten Gefühl abreisen konnten.

„Misión cumplida!“ (Mission erfüllt) erklärte einer der Schüler des ITS bei seiner Rückkehr. Trotz einiger Schwierigkeiten, sei die Reise ein Erfolg gewesen. Er sei stolz, den Menschen in der Region geholfen zu haben und auch er habe viel lernen können, indem er seine Komfortzone verlassen und sich an neue Herausforderungen herangetraut habe.

Theresa Schmid

Im Kontext des Klimawandels
Unsere Vision ist es, das Leben der Menschen im ländlichen Bolivien grundlegend zu verbessern. Welche direkten Auswirkungen klimatische Veränderungen auf das Leben in Micani haben und wie wir versuchen, die Bewohner in ihrem Alltag zu unterstützen, erfahren Sie in unserem Bericht.
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Unser ganzheitlicher Ansatz hat zum Ziel, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen langfristigen Wandel anzustoßen, der nachhaltend eine Vielzahl an Lebensbereichen betrifft. Unterstützen Sie unsere Entwicklungsarbeit mit Ihrer Spende und begleiten Sie alle Projektbeteiligten auf ihrem Weg!

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