SanToLiC – Community led total sanitation

SanToLiC – Community led total sanitation

Hilfe zur Selbsthilfe ist der Kern unserer Arbeit in Bolivien, daher arbeiten wir sehr eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen und beziehen sie in verschiedene Projektschritte, beginnend mit der Bedarfsanalyse, mit ein. SanToLiC ist eine hilfreiche Methode zur Auseinandersetzung mit der eigenen Situation:

Das Kunstwort SanToLic setzt sich aus den Anfangssilben der spanischen Begriffe „Sanitación total liderado por la comunidad“ zusammen. Bekannter ist dieses Konzept im Englischen als „Community led total Sanitation“. Vor über einem Jahrzehnt importierte UNICEF dieses nach Bolivien und seither arbeiten  Organisationen, die Wasser-, Hygiene- und Sanitärprojekte umsetzen, vermehrt nach den Grundgedanken von SanToLiC: Ein nachhaltiges Projekt kann nur durch die Initiative der Gemeinde selbst hervorgerufen werden und dieser Handlungsimpuls setzt eine Erkenntnis der Gemeinde über die unzureichenden Verhältnisse in Bezug auf Sanitär und Hygiene voraus. Dieser Reflexionsprozess kann nicht von außen aufgezwungen werden – etwa im Sinne eines moralisch überlegenen Lehrers, der seinen SchülerInnen erzählt, was richtig und falsch sei.

Elsa wendet SanToLiC mit den Yachaqkuna an.

Der lokale Techniker Miguel erklärt den Sodis-Filter.

SanToLic setzt auf Methoden, bei denen die Teilnehmenden selbst zu dem Schluss kommen, dass Handlungsbedarf besteht. Ein beeindruckendes Beispiel für die wirkungsvolle Durchführung einer dieser Methoden in Bezug auf die Sanitärsituation einer Gemeinde in Bangladesh können Sie in diesem Video sehen. 

Wir verwenden SanToLic, um Dorfgemeinden vor Augen zu führen, welche gesundheitlichen Risiken hinter dem vordergründig klaren, jedoch häufig verunreinigten Wasser ihrer Bachläufe stecken, aus denen sie ihr Trinkwasser beziehen. Zu Beginn unseres letzten Workshops in Micani wurden die Teilnehmenden darin unterrichtet, wie sie eine Wasserprobe korrekt entnehmen (um Fremdkontamination zu verhindern) und wie sie diese dann durch Hinzugabe eines speziellen Nährstoffpräparats analysieren können. Ausschließlich die gesundheitsschädlichen Fäkalbakterien zehren von diesem Präparat und vermehren sich dadurch binnen eines Tages rasant. Dies geht einher mit einer tiefschwarzen Verfärbung der verunreinigten Wasserprobe innerhalb von 24 Stunden. Wasser, welches frei von Fäkalbakterien ist, behält hingegen die von dem Nährstoffpräparat stammende gelbliche Farbe. Im ersten Bild ist das Testergebnis von dem Wasser einer Quelle zu sehen, aus dem viele Familien Micanis täglich ihr Wasser beziehen. Das zweite Bild zeigt das Testergebnis für das gleiche Wasser, nachdem es durch einen Sodis-Wasserfilter gelaufen ist.

Vom Schüler zum Lehrer
Wir freuen uns, Miguel Oporto dieses Jahr als neuen lokalen Techniker in unserem Team zu begrüßen. 2017 haben wir ihn als Schüler in unserem Projekt Bildung bleibt kennengelernt. Nun unterstützt er unsere Arbeit als lokaler Ausbilder und Mentor in der Region Micani. Erfahren Sie die Hintergründe.
Helfen Sie mit!
Unser ganzheitlicher Ansatz hat zum Ziel, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen langfristigen Wandel anzustoßen, der nachhaltend eine Vielzahl an Lebensbereichen betrifft. Unterstützen Sie unsere Entwicklungsarbeit mit Ihrer Spende und begleiten Sie alle Projektbeteiligten auf ihrem Weg!

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