Entwicklung der bolivianischen Dorfschulen im Hochland von Micani

Entwicklung der bolivianischen Dorfschulen im Hochland von Micani 

Knapp zwei Monate ist es her, dass unsere Freiwilligen Theresa, Till, Christoph und Lennard aus Bolivien zurückgekehrt sind. Nun senden wir ein neues Team aus, um unsere Projekte vor Ort zu begleiten. Die Evaluierung von vier Dorfschulen im Bezirk Micani ist ein Teilziel im Rahmen der Herbstausreise von Maria, Micha und Stephanie. Wie haben sich die Dorfschulprojekte entwickelt und wie wurden sie angenommen? In welchem Umfang spielten die gesellschaftlichen, kulturellen und geografischen Gegebenheiten eine Rolle bei den Entwicklungen der letzten Monate? Stephanie berichtet von ihren Eindrücken:

Begleitet und unterstützt durch die lokalen Techniker Miguel und Antonia besuchten wir die Dorfschulen in Micani, Allpaka, Ipote und A La Cruz im Hochgebirge Boliviens, um die nachhaltige Weiterentwicklung zu sichten. Bei den Fahrten durch das Andenhochland, die uns zum Teil durch Flussbetten führten, kamen uns SchülerInnen auf ihrem Fußmarsch von und zu den Dorfschulen entgegen. Für uns Europäer mag es unvorstellbar sein, doch die GrundschülerInnen im Distrikt nehmen oft mehrstündige Fußwege auf sich, um die Schule besuchen zu können.

Die neuen Schulgärten werden genutzt

Man empfing uns an den Dorfschulen freundlich stand uns offen gegenüber und nahm sich Zeit für gemeinsame Rundgänge und unsere Fragen. In allen Schulen war die hohe Bereitschaft spürbar, gemeinsam lokale Lösungen für die unterschiedlichen Herausforderungen zu finden und langfristig Verbesserungen zu schaffen. Der Zustand und die Nutzung der Dorfschulgärten mit ihren Tröpfchenbewässerungsanlagen, rauchfreien Kochstellen, Wasserfilteranlagen und Sanitäranlagen (Trockentoiletten) unterschied sich in den einzelnen Dorfschulen. Die Möglichkeit der Bewässerung der Dorfschulgärten ist beispielsweise stark davon abhängig, ob lokal genügend Wasser aus dem Hochgebirge oder aus Brunnen zur Verfügung steht. In allen Gärten der vier besuchten Dorfschulen sind die Tröpfchenbewässerungsanlagen vorhanden und die SchülerInnen und LehrerInnen können die Dorfschulgärten mitgestalten. Die SchülerInnen sehen ihre Ergebnisse der Anpflanzungen und nehmen mit Begeisterung daran teil. Die ersten Ernten und Wiederneuanpflanzungen fanden bereits statt. Die Frage nach der Erweiterung des Tröpfchenbewässerungssystems stand schnell im Raum und zeigte allen, dass aus der Projektidee eine nachhaltige Bewirtschaftung der Dorfschulgärten erwächst. Dennoch gibt es Themen in Zusammenhang mit den Dorfschulgärten, die es genauer zu betrachten gilt. In Micani fanden wir vermehrt Plastikmüll in Teilbereichen des Dorfschulgartens vor uns in Allpaka bemerkten wir Pfützenbildung im Bereich des Bewässerungssystems. Gemeinsam mit den Schulleitungen und den lokalen Partnern gilt es nun, Wege zu finden, um den Umgang mit der Technologie weiter zu verbessern. Wir freuen uns das Projekt dank unserer Unterstützer weiter ausbauen und auf die zehn verbleibenden Dorfschulen im Distrikt ausweiten zu können.

Der Leuchtturmeffekt der Dorfschulen: Ernährung und Hygiene

Die rauchfreien Kochstellen in den einzelnen Dorfschulen und die täglich von den Müttern dort zubereiteten Schulessen tragen zu einer Verbesserung der Ernährungssituation bei. Die in den Schulgärten angebauten Gemüsesorten (zurzeit viele Zwiebeln, Kohl und teilweise Salat) finden dabei Verwendung. Gekocht wird auf den rauchfreien, holzsparenden Kochstellen in großen Töpfen. Die Kochstellen werden in den Dorfschulen gut angenommen und genutzt: Selbstständig waschen sich die SchülerInnen an den WASH-Stationen die Hände, stellen sich mit ihren eigenen Tellern und großem Hunger bei der Küche an und erhalten ihr Mittagessen. Danach reinigen sie die Teller und waschen sich die Hände. Die jüngeren SchülerInnen werden dabei von den älteren und den LehrerInnen unterstützt. Wir erhoffen uns, dass die Kinder ihr Wissen zu Hygiene in ihre Familien tragen und Infektionen vermieden werden.

Mit dem Ziel der Bodeninstandhaltung (durch Stickstoffanreicherung) wurden in den Gärten einige Tarabäume angepflanzt. Tara bildet den Kern unseres Projekts zu Unternehmertum und Geschlechtergleichheit: Die Pflanzung der Tarabäume und ihr Ertrag sollen Familien zusätzliches Einkommen einbringen und die Rolle der Frau in der Gesellschaft stärken. Ökologisch, ökonomisch und sozial dient Tara in unseren Projekten der nachhaltigen Veränderung. Die Gespräche mit den Dorfbewohnern sowie die Tatsache, dass es schon jetzt sichtbare Erfolge in den Schulgärten gibt, bestärken uns darin, unsere Entwicklungszusammenarbeit mit den Dorfschulen Micanis fortzusetzen.

Stephanie Mäurer

Im Kontext des Klimawandels
Unsere Vision ist es, das Leben der Menschen im ländlichen Bolivien grundlegend zu verbessern. Welche direkten Auswirkungen klimatische Veränderungen auf das Leben in Micani haben und wie wir versuchen, die Bewohner in ihrem Alltag zu unterstützen, erfahren Sie in unserem Bericht.
Helfen Sie mit!
Unser ganzheitlicher Ansatz hat zum Ziel, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen langfristigen Wandel anzustoßen, der nachhaltend eine Vielzahl an Lebensbereichen betrifft. Unterstützen Sie unsere Entwicklungsarbeit mit Ihrer Spende und begleiten Sie alle Projektbeteiligten auf ihrem Weg!

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