Wir sagen Danke!

Wir sagen Danke!

2019 neigt sich dem Ende und wir schauen zurück auf ein spannendes und erfolgreiches Jahr. Wir konnten nicht nur die Reichweite unserer laufenden Projekte erweitern, sondern auch zwei neue Projekte starten, von denen wir uns spürbare Veränderungen im Alltag der bolivianischen Landbevölkerung erwarten. Zwei Ausreisen ermöglichten die Koordination mit unseren Partnern vor Ort und sieben Freiwillige aus Aachen beteiligten sich im Distrikt Micani an der Projektrealisierung vor Ort. All das ist allein dank Ihrer Unterstützung möglich und dafür möchten wir uns bedanken!

Es sind noch keine zwei Jahre seit der Vereinsgründung von Aktion Sodis vergangen. Mit der Intention, eine engere Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern zu ermöglichen, entschieden wir, die damalige Projektgruppe Bolivien, uns zur Ausgründung aus dem organisatorischen Rahmen der Ingenieure ohne Grenzen e.V. Damit eröffneten sich für unsere Arbeit flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch mehr Verantwortung kam auf unsere Partner und die Zielgruppen in Bolivien zu. Wir stellten uns der Herausforderung und konnten mit ihnen lernen und wachsen.

Die Schüler füllen WASH-Stationen zum Händewaschen selbst wieder mit Wasser.

PRA-Methoden dienen der Analyse von Bedarfen, Problemen und Wünschen.

Voranschreiten im Projekt Sumaj Cuasay

Zunächst gestartet als Projekt zur Implementierung von Kochstellen in ländlichen Haushalten und unter großer Beteiligung der lokalen Bevölkerung wuchs das Projekt zum ganzheitlichen Sumaj Causay heran, das mittlerweile ein umfassendes Maßnahmenportfolio umfasst. Verschiedene einfache, lokal entwickelte Technologien dienen dazu, Gefahrenquellen im Alltag der Bevölkerung Micanis zu bannen und die Bewohner darin zu unterstützen, ihre Lebenssituation zu verbessern. Die Gemeinden Micanis befinden sich stets im Wandel, doch können wir heute schon einige Veränderungen und Erfolge benennen, die auf die Bedarfe eingehen, die die Gemeindemitglieder der Dörfer Micanis mithilfe von PRA-Methoden in der Vergangenheit identifizierten. Heute benutzen 70% der ansässigen Familien für ihr Trinkwasser Wasserfilter, die gefährliche Krankheitserreger aus dem Wasser filtern. Jede zweite Familie in der Zielregion verfügt über eine Trenntoilette und sogar zwei Drittel der Familien haben eine rauchfreie Kochstelle, die nicht nur die Rauchbelastung in der Atemluft verringert, sondern auch den Bedarf an Brennholz reduziert.

Unser Freiwilliger Micha, der die Gemeinden Micanis bereits von einem Aufenthalt vor zwei Jahren kannte, war beeindruckt, als er die Dörfer 2019 erneut besuchte. Nach seiner diesjährigen Rückkehr aus dem Andendorf Ipote berichtete er: „Alles ist normal, wenn man nicht weiß, wie es in Ipote vorher aussah. Ich war überrascht über die Selbstverständlichkeit, mit der die Technologien genutzt werden: Es ist normal, dass der Wasserfilter funktioniert, und normal, dass die Hände gewaschen werden. Vor drei Jahren war das noch nicht so.“

Die DorfbewohnerInnen unterstützen die Schulen bei der Pflege der Schulgärten.

Die SchülerInnen halten unter Anleitung der Lehrenden die Schulgärten in Stand.

Neue Schulgärten für Micani

Doch gibt es, wenn man die Lebenssituation der Menschen vor Ort erlebt weiter Handlungsbedarf: Über 35% der Kinder im ländlichen Bolivien sind von teils schwerer Mangelernährung betroffen. Dank großzügiger Unterstützung vom Arbeitskreis für Entwicklungspolitik und Selbstbesteuerung e. V., einer Gruppe von Lion’s Clubs sowie vieler privater UnterstützerInnen konnte dieses Jahr unser Projekt der Landwirtschaft und Ernährungssicherheit starten. Der Lösungsansatz, den bolivianische Berufsschüler im Rahmen des Projekts Bildung Bleibt 2018 entwickelten, kann nun in die Breite getragen werden: Alle 14 Dorfschulen im Distrikt Micani werden in Zukunft eigene Schulgärten mit Tropfschlauchbewässerung haben, um eigenes Gemüse anzubauen, das zu nährstoffreichen Schulmahlzeiten beträgt. Während das Schulgartenkonzept durch einen erfolgreichen Kursdurchlauf von Bildung bleibt während der Sommerausreise weiter ausgefeilt wurde, konnten die Freiwilligen der Herbstausreise bereits auf erste Ergebnisse blicken: Die beteiligten Lehrpersonen und SchülerInnen gestalten zur Zeit ihre Gärten aktiv mit und bemühen sich um den Anbau von Gemüse.

Förderung von Unternehmertum und Gleichberechtigung

Noch ein weiteres Projekt konnte in diesem Jahr angestoßen werden: Qhari Warmi – Gemeinsam wachsen fördert Unternehmertum in den schlecht angebundenen Gemeinden. Schulungen sollen Familien dazu befähigen, zusätzliche Einnahmen zu generieren. Durch die Einbindung der Frauen in diese Prozesse soll ihre Rolle in der Familie und der Dorfgemeinschaft gestärkt werden. Derzeit werden nur 2% aller Entscheidungen in der Zielregion von Frauen mitgetroffen.

Um diese beiden neuen Projekte sowie die laufenden Projekte zu tragen, arbeiten wir Hand in Hand mit unserer Schwesterorganisation, der Fundación Sodis, zusammen und freuen uns angesichts der großen, neuen Aufgaben, dieses Jahr drei neue Mitarbeiter zum Team vor Ort zählen zu können: Der Mechaniker Miguel unterstützt uns seit Frühjahr in der Projektarbeit, die Soziologin Antonia und die Landwirtin Liliana werden für die Schulungen und die technische Expertise im Rahmen der neuen Projekte verantwortlich sein. 2019 war für uns somit ein Jahr voller neuer Herausforderungen, doch auch ein erfolgreiches Jahr. Dafür, dass Sie uns geholfen haben, möchten wir uns bei Ihnen bedanken!

Die robuste Nutzpflanze Tara
Tarabäume benötigen wenig Wasser und wachsen auch im kargen Andenhochland. Gewonnen werden u.a. Ledergerbstoffe, deren Verkauf Familien zusätzliches Einkommen generieren können. Unser neues Projekt soll Unternehmertum und Geschlechtergleichheit fördern.
Helfen Sie mit!
Unser ganzheitlicher Ansatz hat zum Ziel, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen langfristigen Wandel anzustoßen, der nachhaltend eine Vielzahl an Lebensbereichen betrifft. Unterstützen Sie unsere Entwicklungsarbeit mit Ihrer Spende und begleiten Sie alle Projektbeteiligten auf ihrem Weg!

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