Weihnachten in Bolivien

Weihnachten in Bolivien

Draußen wird es kälter und früher dunkel – so kündigt sich hier bei uns in Deutschland der Winter an. Man freut sich, wenn man aus der Kälte in das warme Zuhause kommt. Weihnachten steht vor der Tür und die Adventszeit, die Leckereien wie Spekulatius, Marzipankartoffeln und Aachener Printen uns versüßen, ist in vollem Gange. Es ist die Zeit, in der der Nikolaus die Stiefel der Kinder füllt, in der man die Entscheidung zwischen Nordmanntanne und Fichte trifft und bei funkelnden Lichtern durch die weihnachtliche Stadt spaziert.

So kennen wir Weihnachten, doch in Bolivien ist das ein bisschen anders, denn dort beginnt nun der Sommer. Die Pflanzen stehen in voller Blüte und bei T-Shirt-Wetter kann man die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut genießen. Als katholisch geprägtes Land feiert auch Bolivien die Geburt Christi und die Krippe unter dem Weihnachtsbaum ist von besonderer Bedeutung. Häufig liegt das Jesuskind in der Krippe, umgeben von verschiedenen Figuren. Diese Figuren können auch mit landestypischen Attributen ausgestattet sein, denn die indigenen Wurzeln sind fester Bestandteil der bolivianischen Kultur.

Eine bolvianische Krippe

Chuño – eine andine Besonderheit

Kulturelle Vielfalt in Bolivien

In dem heterogenen, plurinationalen Staat Bolivien mischt sich die westliche Kultur mit den indigenen Traditionen. Besonders in den ruralen Gebieten werden nicht nur christliche Feste wie Weihnachten gefeiert, sondern auch Pachamama gedankt, der „Mutter Erde“, denn sie schützt, nährt und schenkt Leben.

Üblicherweise gibt es an Weihnachten Picana zu essen, eine Suppe, die es in vielen Ländern Lateinamerikas gibt und überall einen anderen Namen trägt. In Bolivien besteht die Suppe aus klarer Brühe mit einer ganzen Kartoffel, einem Maiskolben, einem oder mehreren Stücken Fleisch und Chuño. Chuño wird durch Wasserentzug aus Kartoffeln hergestellt und ist ein Grundnahrungsmittel für viele indigene Völker, die in den Anden leben. Das Wort „Chuño“ entstammt der indigenen Sprache Quechua und bedeutet „Falten“. Typisch für die Weihnachtszeit ist auch der Kuchen Paneton Navideño, ein Hefegebäck mit verschiedenen Nüssen und Trockenfrüchten.

In diesem Jahr gestalten sich die Feiertage rund um die Welt anders als gewohnt. Während Aktion Sodis 2018 ganz besondere Gäste bei der Weihnachtsfeier begrüßen konnte, gab es in diesem Jahr ein digitales Vereinsevent. 

Das Weihnachtsfest

Am Festtag gehen viele um Mitternacht zur Messe und es wird bis tief in die Nacht gefeiert. Häufig gibt es auch ein Feuerwerk. Die Kinder sind noch lange wach und packen erst spät am Abend ihre Geschenke aus. In Bolivien wie in Deutschland freuen sich die Menschen auf die Weihnachtstage, die sie im Kreis der Familie verbringen. Dieses Jahr hat uns alle vor neue Herausforderungen gestellt und uns gezeigt, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein.

Wir von Aktion Sodis wünschen Ihnen besinnliche Feiertage!

Das Leben in Micani
Micani, der bolivianische Distrikt, in dem wir unsere Projekte umsetzten, ist ein außergewöhnlicher Ort. Maribel Montaño Oretea, die in disem Jahres die Projektkoordination in der Fundación Sodis übernommen hat, berichtet bewegt von ihren ersten Beobachtungen und Begegnungen auf dem Land.
Helfen Sie mit!
Unser ganzheitlicher Ansatz hat zum Ziel, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen langfristigen Wandel anzustoßen, der nachhaltend eine Vielzahl an Lebensbereichen betrifft. Unterstützen Sie unsere Entwicklungsarbeit mit Ihrer Spende und begleiten Sie alle Projektbeteiligten auf ihrem Weg!

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