Gleichberechtigung zum Thema gemacht

Gleichberechtigung zum Thema gemacht

Im Projekt Sumaj Causay werden LokalexpertInnen ausgebildet, um Technologien in den Gemeinden Micanis zu implementieren. Zu den Technologien zählen rauchfreie Kochstellen, Trenntoiletten, Trinkwasserspender und Handwaschanlagen. Um diese Technologien herzustellen, wurden einige Gemeindemitglieder darin ausgebildet, eine Werkstatt zu leiten, die sie „CAMCEC“ nannten. Hier können die LokalexpertInnen sich Bauteile abholen und mit der Gemeinde die Technologien bauen. Aus dem Projekt gehen stabile lokale Strukturen bestehend aus dem LokalexpertInnen-Netzwerk und dem Sozialunternehmen CAMCEC hervor, welche das Potential haben, langfristig den Bedarf der Bevölkerung Micanis hinsichtlich Hygiene, sanitärer Infrastruktur und rauchfreiem Kochen zu erfüllen.

Wir haben festgestellt, dass unsere Technologien das Leben in den Gemeinden deutlich verbessert haben, wie uns unsere Partnerorganisation „Fundacion Sodis“ vor Kurzem berichtet hat. Beispielsweise in der Gemeinde Camata gingen die Menschen vor Kurze noch bei jeder Temperatur und jedem Wetter in den Fluss, um ihre Notdurft zu verrichten. Heute können sie auf die gebauten Trenntoiletten gehen, was hygienischer ist und Krankheiten vorbeugt. Auch die rauchfreien, effizienteren Kochstellen haben eine große Wirkung: Die Menschen husten weniger, sie verbrauchen weniger Holz und benötigen somit weniger Zeit für die Brennholzsuche. Sie freuen sich außerdem über weniger Ruß und Rauchgeruch in ihren Häusern.

Workshops für Eigenverantwortung und Gleichberechtigung

In der aktuellen Projektphase ist es nun wichtig, dass Gemeinden und LokalexpertInnen unabhängig von uns werden und ihre eigenen Ideen umzusetzen lernen. Dabei möchten wir sie mit angepassten Workshops unterstützen. Unter anderem hat vor Kurzem ein Workshop stattgefunden, indem die LoaklexpertInnen angelernt und bestärkt wurden, ihre eigenen Ideen zu organisieren und zu koordinieren. So wurde beispielsweise an ihrem Selbstverstrauen und dem Abbau von Hemmungen im Umgang mit lokalen Institutionen gearbeitet, damit sie den Mut aufbringen, ihre Ideen vorzubringen und um Unterstützung zu bitten.

In einem weiteren Workshop wurde das Thema Gleichberechtigung behandelt. Dort wurden die LokalexpertInnen mit ihren PartnerInnen eingeladen. Es gab eine kurze Vorstellungsrunde und ein selbstgedrehtes Video, in dem gezeigt wurde, wie es wäre, wenn die Männer unter den Bedingungen der Frauen leben würden. Während des Workshops kamen die meisten Männer zu dem Schluss, dass ein Leben in Gleichberechtigung schöner sei. Daraufhin beschlossen sie, sich am Abend um die Versorgung der Kinder zu kümmern und auch das die Frau mit Ihnen zusammen essen können, statt separat. Außerdem gab es auch eine Veränderung beim regelmäßig stattfindenden Fußballturnier. Dort ließen die Männer den Frauen den Vortritt, sodass zum ersten Mal auch Frauen mitspielten. Die Gleichberechtigung ist wichtig, denn nur wenn alle Gemeindemitglieder in den Projekten involviert werden, können sie ihre volle Reichweite erzielen.

Ein angestoßener Wandel

Außerdem wurde projektbegleitend erfolgreich ein spezielles Monitoring-Verfahren per Smartphone App eingeführt. Im Rahmen des Projektes „Wirkung erfassen, Wandel bewirken“ wird die Digitalisierung in die Entwicklungszusammenarbeit einbezogen. Mit Hilfe der App können nun alle Informationen von der Projektplanung bis hin zur Erfassung des Projektfortschritts und der Messung der tatsächlichen Wirkung eines Projekts in einer Datenbank zusammengeführt werden.

Zusammengefasst sieht man, dass sich durch die steigende Bildung und die steigende Befriedigung von Grundbedürfnissen nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Gesundheit der Menschen vor Ort verbessert. Dies haben auch Nachbargemeinden mitbekommen und ihr Interesse an dem Projekt bekundet, wodurch wir mittlerweile 26 Gemeinden erreichen. Diese Entwicklung stimmt uns positiv auf ein erfolgreiches Projekt.

Wertvoller Unterricht
Qulitativer, praxisorientierter Unterricht trotz digitaler Lehre? Dieser Herausforderung stellt sich derzeit unser langjähriger Partner, die bolivianische Berufsschule Sayarinapaj. Auch unser Projekt "Bildung bleibt" wird in diesem Jahr in ein digitales Format übersetzt. Im Mai geht es los!
Helfen Sie mit!
Unser ganzheitlicher Ansatz hat zum Ziel, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen langfristigen Wandel anzustoßen, der nachhaltend eine Vielzahl an Lebensbereichen betrifft. Unterstützen Sie unsere Entwicklungsarbeit mit Ihrer Spende und begleiten Sie alle Projektbeteiligten auf ihrem Weg!

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