Region Micani

Micani

Der Distrikt Micani liegt im Herzen Boliviens in den bergigen Landschaften der Cordillera Charcas. Die Region ist stark von der Regenzeit beeinflusst. Es regnet sehr viel von November bis April und in den darauf folgenden sechs Monaten fast gar nicht, was vielerorts zu enormer Wasserknappheit führt. In dem Distrikt leben rund 400 Familien in kleinen, meist sehr abgelegenen Dörfern oder einzeln auf Berghängen verstreut. Die Lehmhütten sind in den meisten Fällen nur über stundenlange Fußmärsche zu erreichen und die Familien, die dort wohnen, leben nahezu autark. Man versorgt sich fast ausschließlich durch die Landwirtschaft. Überwiegend werden Mais und Kartoffeln angebaut. Dort, wo ausreichend Wasser vorhanden ist, pflanzt man aber auch Früchte und Gemüse an. Das Vieh, welches die Menschen halten, dient überwiegend dem Verkauf, denn für einen regelmäßigen Fleischkonsum ist es schlichtweg zu kostbar. Nur in dem etwas größeren Hauptort Micani, im Zentrum des Distrikts, kommt Strom und Wasser aus der Leitung. Hier stehen auch eine kleine Krankenstation und die große Sekundarschule mitsamt Internat, welche die Kinder, nach Abschluss der ersten vier Schuljahre an den Dorfschulen, besuchen.

In den landesweiten Statistiken wird Micani als der ärmste Distrikt Boliviens geführt. Mediziner vor Ort meinen, die Kindersterblichkeit liege mitunter wohl auch am höchsten, wenngleich die Zahlenangaben stark schwanken. Die Ursachen hierfür sind sicherlich vielfältig: allen voran verunreinigtes Wasser und daraus resultierende Durchfallerkrankungen sowie weit verbreitete Mangelernährung. Weitere gravierende Probleme der Region sind der niedrige Bildungsstand der Bevölkerung, die kaum vorhandene Infrastruktur und Armut. Diese ganz grundlegenden Problematiken manifestieren sich auf vielfältige Art und Weise. Kaum jemand besitzt Zugang zu sanitären Einrichtungen, nur wenige Menschen trinken sicheres Trinkwasser, man kocht innerhalb der kleinen Behausungen auf rauchenden, gesundheitsschädigenden Kochfeuern und die Ernährung besteht mancherorts während der Trockenzeit nur aus Mais. Des Weiteren leben die Indigenen sehr traditionell und lehnen Schulmedizin häufig ab.

Micani steht noch ein langer Weg bevor, um die Lebensbedingungen für die Bevölkerung, allen voran der Kinder, zu verbessern. Vor allem infrastrukturelle Probleme lassen sich schwer überwinden und die Abgelegenheit der Häuser erschwert den Fortschritt. Doch schon heute planen wir mit den Menschen Micanis den Weg hin zu einem Leben unter würdigen Bedingungen und einer besseren Zukunft. Unser Ziel ist es, in den Haushalten und an den Dorfschulen durch Bildungsmaßnahmen und Verbreitung angepasster, technischer Lösungen den Familien gesunde Lebensbedingungen zu ermöglichen. Hierzu planen wir gemeinsam mit der Bevölkerung ganzheitliche Maßnahmen, welche anschließend von lokalen Akteuren umgesetzt werden.

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