Projekt “Bildung bleibt”

Projekt "Bildung Bleibt"

Projektlaufzeit: jährlich seit 2015

Projektvolumen: ca. 21.000 EUR pro Jahr

Partner: Instituto Tecnológico Sayarinapaj, Instituto Tecnológico Superior Charcas, Ingenieure ohne Grenzen e.V., Fundación Cristo Vive

Egal ob Schweißer, Mechaniker, Tischler oder Landwirt – bislang hat man sich in den Städten und Dörfern Boliviens die meisten Berufe selbst angeeignet oder von den Eltern weitergegeben bekommen. „Wir brauchen Landwirte und keine Bauern!“ sagt der Lehrer Bladimir Oporto und meint damit, dass das aufstrebende Land dringend eine Professionalisierung technischer Berufe benötigt. Das berufsbildende Ausbildungswesen steckt in Bolivien allerdings noch in den Kinderschuhen. Vereinzelt erfahren junge Frauen und Männer an sogenannten Institutos Tecnológicos eine solide technische Ausbildung. Hierin sehen wir ein immenses Potenzial, um den vorherrschenden Problemen der Landbevölkerungen auf neuartige Weise zu begegnen.

Im Projekt Bildung bleibt erlernen die angehenden TechnikerInnen im Rahmen eines mehrwöchigen Ausbildungsprojekts eine Problemlösestrategie, die es ihnen erlaubt in ihren Heimatdörfern Probleme zunächst zu analysieren und dann unter Verwendung ihrer technischen Expertise angepasste Technologien zu entwickeln, die das Leben der Menschen nachhaltig verbessern. So wird nicht nur den Familien der Gemeinden geholfen, die am Ende jedes Unterrichtsprojektes besucht werden. Im Gegensatz zum bisher vorherrschenden Frontalunterricht, der nur auf Reproduktion basiert, werden die jungen TechnikerInnen durch projektorientiertes Arbeiten herausgefordert, die erlernten Fertigkeiten im Kontext realer Problemstellungen einzusetzen. Hierdurch steigern sich ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt und eine junge Generation an Bolivianerinnen und Bolivianern wird darin gefördert, nicht auf Chancen zu warten, sondern sich diese selbst zu schaffen.

Zurzeit wird das Projekt an zwei Berufsschulen des Landes durchgeführt. Dabei werden die Teilnehmenden mit realen Problemstellungen aus den Gemeinden in unserer Zielregion Micani konfrontiert, für die sie Lösungsansätze erarbeiten: Angehende TechnikerInnen und Techniker des Instituto Tecnológico Charcas in San Pedro de Buena Vista setzen sich mit der gesundheitsschädigenden Rauchproblematik und dem hohen Holzverbrauch traditioneller Kochfeuer auseinander und entwickeln eine rauchfreie Kochstelle als Lösung, die sie anschließend an den Dorfschulen Micanis verbreiten. Am Instituto Tecnológico Sayarinapaj entwickeln angehende Landwirte im Rahmen eines Pilotprojektes Lösungsansätze, die eine Diversifizierung der Ernährung erlauben, angesichts der 6-monatigen Trockenzeit, während der sich viele Menschen in Micani fast ausschließlich von getrocknetem Mais ernähren müssen.

>