Projekt Dorfschulen

Projekt Dorfschulen

Projektlaufzeit: April 2018 – Juni 2020

Projektvolumen:  ca. 55.000 EUR

Partner: Fundación Sodis, Gobierno Autónomo San Pedro de Buenavista, Ingenieure ohne Grenzen e.V.

Die Zukunft Micanis sitzt in 14 kleinen Dorfschulen des Distrikts, denn schon heute besitzen die Bildungseinrichtungen eine ganz außerordentliche Bedeutung für die Gemeinden. Die Schule steht im Mittelpunkt des Dorfes. Hier finden Versammlungen, demokratische Prozesse, Feste und Bildungsmaßnahmen für Erwachsene statt. Der Dorflehrer ist dabei meist Anführer, Streitschlichter und Vorbild zugleich.

Die Zustände an den Dorfschulen sind bislang ernüchternd: Die Kinder verschiedener Klassen werden häufig auf dem Boden sitzend von einem einzigen Lehrer unterrichtet. Es mangelt an sauberem Trinkwasser und dem Zugang zu sanitären Einrichtungen. Als Schulmahlzeit gibt es in der Trockenzeit manchmal nur eine Schüssel Mais, zubereitet auf einer rauchenden Kochstelle. Das Brennholz dafür müssen die Kinder mühsam auf ihrem bis zu zwei Stunden langen Schulweg mitbringen.

Im Rahmen unseres Dorfschulprojekts bauen wir hierauf auf. Die Idee ist einfach: Wenn Kinder in der Schule lernen, sich die Hände zu waschen, Sanitäranlagen zu nutzen und ihr Trinkwasser zu filtrieren, so fasst dieses Verhalten auch zu Hause Fuß. Wenn Mütter beim abwechselnden Zubereiten des Schulessens die Vorzüge einer rauchfreien und Holz sparenden Kochstelle genießen, dann werden sie auch geneigt sein, eine solche im eigenen Haus zu errichten. Das ist der erhoffte Leuchtturmeffekt.

Um die Dorfschulen zu Leuchttürmen der Region zu machen, wird an diesen im Rahmen von Pilotprojekten ein umfassendes Maßnahmenprojekt mit Vorbildcharakter für die ganze Region umgesetzt: Wasseraufbereitung, die Durchführung von Hygieneschulungen und der Bau sanitärer Einrichtungen und rauchfreier Kochstellen durch die Yachaqkuna gehören dazu, aber auch ganz neue Konzepte werden im Kleinen an den Dorfschulen erprobt, um zu prüfen, inwieweit diese Konzepte allen Familien der Region zu gesünderen Lebensverhältnissen verhelfen können. Mit diesem Hintergedanken wurden 2017 zwei Regenwasserauffanganlagen mit Zisternen an den am stärksten von Wasserarmut betroffenen Dorfschulen installiert. In diesem Jahr werden angehende Landwirte der Berufsschule im Rahmen des Unterrichtsprojekts Bildung bleibt an vier Dorfschulen ein neuartiges Konzept vorstellen, mit dem Ziel durch sparsame Mikrobewässerung und ertragreichere Anbautechniken auch in der Trockenzeit eine ausreichend vielfältige Ernährung aufrechtzuerhalten.